Rosenkranzgruppe

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Der Rosenkranz ist eine Perlenschnur, eine Gebetskette und eine besondere Form des betrachtenden Gebetes, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, weil sehr viel gesprochen und gebetet wird. Abgeleitet ist das Wort aber vom lateinischen „rosarium“ mit dem ursprünglich eine Lyriksammlung oder ein realer Kranz aus Rosen bezeichnet wurde, den man im Mittelalter gern an Festtagen als Kleidungsstück trug oder als Ehrengabe seiner verehrten Dame schenkte, auch Statuen der Gottesmutter Maria wurden mit solchen Kränzen geschmückt.

Aus dem Kranz von Rosen wurde ein Kranz von Gebeten, bei der ältesten Form des Rosenkranzgebetes wurde das Ave Maria 150 mal wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten verbunden.

Der Rosenkranz ist so etwas wie eine Fantasiereise: Die immer wiederholten Gebete sind die Musik, die uns zur Ruhe kommen lässt. Die ständig auf uns einströmenden Gedanken und Wahrnehmungen werden gebunden und verdrängt. Wie in der indischen Meditation das Mantra (das immer wiederholte gleiche Wort) oder in der buddhistischen Meditation die göttliche Silbe „Om", sind die zahlreichen „Vaterunser" und „Gegrüßet seist Du Maria" nicht Inhalt des Rosenkranzes - sondern Hintergrund.

Das, was den Rosenkranz eigentlich ausmacht, ist die frei gewordenen Fantasie. Wir betrachten biblische Szenen: Jesus, der geboren wird; Jesus im Tempel als 12-jähriger; Jesus auf seinem Kreuzweg und nach seiner Auferstehung. So, wie der Leiter einer Fantasiereise eine Geschichte erzählt und an wichtigen Stellen schweigt, um den Bildern im Kopf der Meditierenden nicht die Freiheit zu nehmen, so werden in jedem Rosenkranz nur fünf Impulse gegeben; danach schweigt der Leiter des Rosenkranzes und nur die Musik (die „Gegrüßet seist Du Maria") laufen weiter, damit die Betrachtung des Lebens Jesu nicht gestört wird.

Genial an der freigewordenen Fantasie ist, dass diese nicht nur Jesu' Leben betrachtet - sondern auch zum Medium werden kann, in dem Gott zu uns spricht; in dem wir Gott begegnen. Deshalb ist der Rosenkranz auch kein Mariengebet oder (wie vor allem die evangelikalen fälschlicherweise immer behauten) gar eine Anbetung Mariens. Ganz im Gegenteil: Das Leben Jesu wird betrachtet. Das Mariengebet ist nur die Hintergrundmusik, nicht der Inhalt der Betrachtung.

Dass wir gerade das „Gegrüßet seist Du Maria" als Hintergrund nehmen und nicht ein anderes Gebet, hat schon seinen Sinn. Denn wir schauen auf Jesus und sein Leben sozusagen aus dem Blickwinkel Marias; wir versuchen uns, ihre Sicht, ihre Liebe zu Jesus und ihren Glauben zu eigen zu machen. Aber so wie Maria ganz auf Jesus ausgerichtet war (und sie gerne im Hintergrund blieb), ist auch der Rosenkranz ein Jesus-Gebet.

Gebetet wird der Rosenkranz wie folgt:

Kreuzzeichen, Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. (Mt 28,19 EU), dann folgt das apostolische Glaubensbekenntnis und Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit, Amen, dann kommt wieder das Vaterunser an der ersten großen Perle, drei Ave Maria mit eingefügten Bitten um christliche Tugenden an den folgenden drei kleinen Perlen, um Glauben: Jesus, der in uns den Glauben vermehre, um Hoffnung: Jesus, der in uns die Hoffnung stärke und um Liebe: Jesus, der in uns die Liebe entzünde. Anschliessend wieder Ehre sei dem Vater……dann 50 Ave Maria, in Zehnergruppen (Gesätze) gegliedert. In jeder Zehnergruppe wird jeweils nach dem Wort „Jesus“ ein sogenanntes "Geheimnis" eingefügt, ein Glaubenssatz, der dem Neuen Testament entstammt und das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betrifft. Jedes Gesätz wird eingeleitet mit dem Vaterunser (an der großen Perle) und abgeschlossen mit dem Ehre sei dem Vater (vor der nächsten großen Perle.

Die Geheimnisse der vier Rosenkränze sind im Einzelnen:

1. Der freudenreiche Rosenkranz
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast (Lk 1, 35)
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast (Lk 1, 39-56)
Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast (Lk 2, 1-20)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast (Lk 2, 22-24)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast (Lk 2, 41-52)

2. Der lichtreiche Rosenkranz
Jesus, der von Johannes getauft worden ist (Lk 3, 21-22)
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat (Joh 2, 1-12)
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat (Mt 9, 35)
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist (Lk 9, 28-36)
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat (Mk 14, 17-25)

3. Der schmerzhafte Rosenkranz
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat (Lk 22, 44)
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist (Joh 19, 1)
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist (Joh 19, 2)
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat (Joh 19, 17)
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist (Joh 17, 18)

4. Der glorreiche Rosenkranz
Jesus, der von den Toten auferstanden ist (Lk 24, 6)
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist (Apg 1, 9-11)
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat (Apg 2, 1-13)
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat (1 Kor 15, 22-23)
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat (Offb 12, 1)

Marlis Wolperth, Leiterin unserer Rosenkranzgebetsgruppe schreibt über das Rosenkranzgebet:

Das Rosenkranzgebet verbindet die Grundgebete der Christen miteinander: das Kreuzzeichen, das Glaubensbekenntnis, das „Vaterunser“, das „Gegrüsst seist du Maria,“ das „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste“. Dazu die drei göttlichen Tugenden Glaube - Hoffnung - Liebe. Lassen wir uns wieder von Maria an die Hand nehmen und in Betrachtung durch das Evangelium leiten. Denn genau das passiert, wenn wir den Rosenkranz beten.
Wie Maria geht der glaubende Mensch den Weg Jesu.

Die Mutter Jesu ist beim Gebet die Führerin zu ihrem Sohn. Stellen wir uns doch die Frage: Liebe ich Maria – habe ich eine Beziehung zur Mutter meines Gottes, „unserer grossen Schutzmantelmadonna“.Echte Marienverehrung können wir an der Grotte von Massabielle in Lourdes oder in Fatima in Portugal sehen. Tschenstockau war Zufluchtsort der Polen, in all den vergangenen Jahrhunderten bis heute. In allen Marienwahlfahrtsorten wird mit bewundernswerter Innigkeit und Beharrlichkeit gebetet. Mit den Worten des Kreuzzeichens, das den Rosenkranz beginnt und beschliesst, haben sich schon immer die Christen unter den Namen Gottes und in das Zeichen der Erlösung gestellt.